Litauische Biobauern zu Besuch in Chiemgau
14.-15.02.2006

Herbert Zeilinger
"Traunsteiner Tagblatt" vom 25.02.2006

26 Personen, überwiegend Biobauern aus Litauen, waren zu Besuch im Landhaus Jahncke in Manholding bei Chieming. Dabei wurden unter anderem Projekte vorgestellt, die vom Verein "Region aktiv" umgesetzt oder unterstützt wurden, wie zum Beispiel das Käsemobil, eine mobile Käserei.

Biobauern aus Litauen
Biobauer aus Biržai/Litauen
zu Besuch in Chiemgau
(Foto: Zeilinger)

Ein wenig Geologie- und Geschichtsunterricht bekamen die litauischen Gäste von Karl Jahncke serviert. Darüber hinaus hatten die Besucher Gelegenheit, den benachbarten "Demeter"-Hof von Bruno Minckwitz, die dazugehörende Biogasanlage, Freilaufstall, Kuhrassen (mit Hörnern) und die Schulbauernhof-küche von Karl und Anneliese Jahncke zu begutachten. Damit es nicht nur bei der Theorie blieb, konnten die interessierten Gäste selbst Käse herstellen und Semmeln backen.

Zum Glück war die Übersetzerin Zana Galnaitiene aus Vilnius dabei, denn natürlich wollte unsere Zeitung wissen, wie litauische Bauern ihre Zukunft sehen - und die Antworten überraschten eigentlich nicht: Der bäuerliche Mittelstand breche weitgehend weg oder müsse ständig wachsen und modernisieren. Die Zukunft liege ihrer Meinung nach in der biologischen Landwirtschaft, weil die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln steigen werde - und man von der fortschreitenden Industrialisierung in der Landwirtschaft verschont bleibe. Durchschnittlich haben die litauischen Höfe 30 Hektar Fläche - in dieser Größenordnung könnten auch noch konventionell wirtschaftenden Höfe gut existieren, meinten die Gäste. Etwa 70 Prozent der Bauernhöfe in Litauen hätten diese Größe. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft wird mit EU-Geldern subventioniert.

"Bavaria Touristik" nennt sich das Unternehmen von Jerzy Rychter aus Rosenheim, das sich darauf spezialisiert hat, Besuchern aus den GUS-Staaten unter anderem Studien- und Kulturreisen anzubieten.
Bevor die litauischen Gäste weiter zur "BioFach"-Messe in Nürnberg (16. bis 19. Februar) fuhren, konnten sie noch den selbst produzierten Käse und die Semmeln essen - und solchermaßen gestärkt die nächsten Eindrücke der Reise sammeln.